Job-shadowing in Blewbury


Maibaumtanz
Hilfe bei Mathe
Infrarotkamera für den Schulgarten
Marschmallow Clap!!!
Pilgerwanderung

Im Rahmen unseres Erasmus+ KA1 Projektes hatte Frau Lappenküper vom 15. – 26. Mai 2017 die Gelegenheit, an einer britischen Dorfschule in Blewbury (Oxfordshire)  zu hospitieren und zu lehren. Hier unterrichten 10 Lehrerinnen, unterstützt von 10 Teaching Assistants (TA), 150 Kinder im Alter von 5 bis 11 Jahren in sechs Klassen. Das eingeschossige Schulgebäude mit seinem riesengroßen Außengelände liegt idyllisch am Dorfrand, ist allerdings mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur sehr schwer zu erreichen.

Die meisten Kinder werden hier ab 8:30 Uhr von ihren Eltern zur Klassentür gebracht. Ganz wenige kommen bereits um 7:30 Uhr, erhalten dann ein Frühstück und werden beaufsichtigt, bis sie um 8:45 Uhr in den Klassenraum gehen. Nur diejenigen, die kein Mittagessen gebucht haben, kommen mit einem kleinen Rucksack, indem sich ihr „packed lunch“ befindet. Alle Materialien werden von der Schule zur Verfügung gestellt und verbleiben im Klassenraum. Da auch keine Hausaufgaben gegeben werden, ist es demnach nicht nötig, einen Ranzen zu tragen.

Die Kinder tragen alle Schulkleidung und spezielle Schulschuhe. Sobald sie diese angezogen haben, informieren sie sich an der Tafel, mit welcher Arbeit sie beginnen sollen. Gegen 9 Uhr überprüft die Klassenlehrerin die Anwesenheit indem sie jeden Einzelnen begrüßt und notiert, welches Mittagessen gewünscht wird. Dabei sitzen die Schüler entweder auf dem Teppich vor der Tafel oder arbeiten weiter an ihrer Aufgabe. Dreimal in der Woche findet vor der großen Pause eine  Vollversammlung in der Halle statt. Es wird gemeinsam gesungen und Arbeiten werden präsentiert, jeden Freitag werden diejenigen beglückwünscht, die Geburtstag hatten. Außerdem verteilen die Klassenlehrerinnen Zertifikate an jene Kinder, die während der Woche besondere Leistungen erbracht haben.

Da die Klassenlehrerin ein Jahr lang für den gesamten Unterricht ihrer Klasse verantwortlich ist, wird der Schulalltag weder durch einen Lehrerwechsel noch durch eine Klingel unterbrochen. Die Lehrkraft ist zwar gebunden an ein Curriculum, aber frei in der Gestaltung des Tagesablaufes. Die TA ist stets an ihrer Seite, hilft vor allem schwächeren Schülern bei der Arbeit oder erledigt Organisatorisches. Während der großen Pause und nach dem Mittagessen führen jeweils zwei Kolleginnen die Außenaufsicht. Die Türen der Klassenräume, die alle zum Außengelände führen, sind offen und die Kinder haben freien Eintritt ins Gebäude.

Um  13 Uhr wird abermals jeder Schüler einzeln aufgerufen und sein Name auf einer Liste abgehakt. Der Unterricht geht am Nachmittag bis 15:30 Uhr. Nach dem Schulschluss nehmen die Schüler, die nicht von ihren Eltern abgeholt werden, an verschiedenen Kursen teil: Sport, Theater, Musik, Programmierung. Einige Schüler wurden bereits während des regulären Unterrichts aus den Klassen geholt, um Geigen-, Trompeten-, Trommel-oder auch Leseunterricht zu erhalten.

Die Lehrerinnen treffen sich nach Schulschluss zu diversen Konferenzen, besuchen gemeinsam Fortbildungen in Nachbarschulen oder bereiten ihren Unterricht nach bzw. vor. Soweit möglich, hat Frau Lappenküper daran teilgenommen und vertiefende Einblicke in die Arbeit der englischen Kolleginnen erhalten. In der Regel konnte sie um 17 Uhr nach Hause fahren.

Dank der Aufgeschlossenheit aller Kolleginnen vor Ort bekam Frau Lappenküper vielfältige Einblicke. Jede Klasse verfügt über einen Touchscreen an der Wand. Besonders interessant war der Einsatz der vier Klassensätze von Laptops und Tablets bereits ab der 2. Klasse.

In ihren eigenverantwortlichen Stunden hörten ihr die Schüler interessiert zu als Frau Lappenküper über Deutschland, Reinbek und unseren Schulalltag berichtete. Sehr motiviert zeigten sie sich auch im Erlernen der deutschen Bezeichnungen für Zahlen, Farben und Begrüßungsformen. Erstaunt waren sie, dass wir im Mathematikunterricht andere Zeichen für die Multiplikation und Division nutzen.

Während des zweiwöchigen Aufenthaltes konnte Frau Lappenküper nicht nur ihre Englischkenntnisse verbessern, sondern schloss Freundschaften, lernte Land und Kultur noch besser kennen und wird dies in sehr guter Erinnerung behalten.

Sie kann nur jede Schule ermutigen, dieses phantastische Erasmus+-Projekt selbst in Anspruch zu nehmen. Die Mühe der Antragstellung lohnt sich auf jeden Fall!